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Sie haben es noch immer nicht kapiert

Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat ein Drittel ihres Waldbestandes verloren. Ursache waren zwei extrem trockene Sommer und ein Sturm im August 2019.

Überall sieht man umgestürzte und abgebrochene Bäume. Harvester und andere Maschinen haben breite schlammige Schneisen durch die Natur gewühlt. Hektarweise hat sich der ehemals dichte Wald in riesige Schnittholzstapel am Wegesrand verwandelt, die irgendwann als billige Spanplatten oder Hackschnitzel enden.

Hat man daraus etwas gelernt? 
Mitnichten.

Die einzige Katastrophe, die die Regierenden in Stadt und Land sehen, sind die ins Bodenlose gefallenen Holzpreise. Die lassen keine kostendeckenden Einkünfte für das “Kalamitätsholz” erwarten. Ansonsten: Business as usual.

Es wird weiter abgeholzt. Breite Geländestreifen neben den Autobahnen werden gerodet – vermutlich aus “Sicherheitsgründen”.  Bundesstraßen werden verbreitert, immer neue Kiesgruben angelegt, neue Bahnstrecken durch die Wälder geschnitten, der Flughafen frisst sich weiter in die Landschaft, und die Südumgehung ist noch lange nicht vom Tisch.

Es ist, als wolle man nicht wahrhaben, was jedes Kind in der Schule lernt, und was viele junge Leute an Freitagen laut ins Land rufen:

Dass der Wald CO2 bindet. Dass er für sauberes Grundwasser sorgt. Dass er den Sauerstoff produziert, den wir atmen. Aber was soll’s: Das CO2-Problem löst die Autoindustrie mit “Elektromobilität” – Strom hat’s ja genug aus der Steckdose. Wasser gibt’s im Supermarkt für 13 Cent pro Liter, und Sauerstoff kaufen wir halt künftig im Taucher-Shop. Wozu brauchen wir da noch Wald? 

Es ist, wie es ist: Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Nur beim Universum ist man sich noch nicht ganz sicher.

Veröffentlicht inAllgemein